Die altehrwürdige St. Hippolyt-Kirche
Der Kern der Kirche von St. Pölten ist romanisch — ein steinerner Zeuge aus der Frühzeit des Christentums in Bayern, dessen Ursprung bis ins 8. Jahrhundert zurückreicht.
Bauphasen — Romanik bis Barock
Der Kern der Kirche von St. Pölten ist romanisch: Teile des Chores, des Turmes und des Schiffes. Aus der Spätgotik stammen die ehemalige St.-Anna-Kapelle an der Südseite des Kirchenschiffes, die Sakristei an der Südseite des Altarraums und dessen östlicher Teil. Der Ursprung der Kirche reicht bis ins frühe 8. Jahrhundert zurück, was 1996 durch den Fund merowingischer Gräber bei einer Renovierung bestätigt wurde.
Bei der grundlegenden Umgestaltung 1782, die der Wessobrunner Maurerpolier Franz Joseph Baader leitete, wurde die St.-Anna-Kapelle zur Sakristei hinzugezogen und ihr Zugang vom Kirchenschiff aus zugemauert. Geschlossen wurde damals auch die Kirchentüre an der Westseite, statt dessen wurden Eingänge auf der Nord- und Südseite des Schiffes mit kleinen Vorhallen geschaffen.
Der Altarraum ist seit der Gotik mit Ziegeln gewölbt, dagegen schloss das Schiff bis 1782 eine getäfelte Holzdecke ab, deren Felder mit ca. 100 Wappen und anderen Malereien, die der Schule Elias Greither d. Ä. zugeschrieben werden, geziert waren; danach wurde ein Tonnengewölbe eingezogen.
Der Turm im Wandel der Zeit
1587 hatte Maurermeister Hans Guggemoos den Turm und dessen Dach ausgebessert und wohl auch erhöht. Statt des gotischen Spitzhelms erhielt der Turm 1793 ein barockes Zwiebeldach. 1844 wurde die Turmmauer erneut erhöht. Die romanischen Schallöffnungen wurden zugemauert und die neugotischen darüber eingebrochen. Die Zwiebel entfernte man wieder und ersetzte sie durch ein Pyramidendach über vier Giebeln, das 1968 seine heutige Form und Höhe erhielt.
Innenraum und Ausstattung
Der Innenraum der Kirche wurde nach seiner Umgestaltung mehrfach restauriert. In einem Kirchenführer werden vor allem eine romanische Figur der Hl. Anna Selbdritt aus dem 1. Viertel des 13. Jahrhunderts, ein Votivbild Greithers von 1614 und ein Hl. Franziskus von Franz Xaver Schmädl (um 1760) als besonders sehenswert herausgehoben.
Die Kanzel zeigt in weißer und goldener Fassung die Taube des Hl. Geistes, die zehn Gebote und die drei göttlichen Tugenden. Unter Fachleuten wird sie als die eleganteste Kanzel in den Weilheimer Kirchen bezeichnet. Zu erwähnen ist auch, dass die Kirche mit dem von Thassilo Zöpf im 18. Jahrhundert gefertigten Hochaltar aus rotem Stuckmarmor den einzigen aus dieser Zeit erhaltenen Hochaltar besitzt. Die Madonna mit Kind von Christoph Angermair (Meisterstück 1622) steht heute in der neuen Kirche.
„Die Kanzel wird unter Fachleuten als die eleganteste Kanzel in den Weilheimer Kirchen bezeichnet.“
— Aus einem Kirchenführer zu St. Hippolyt
Patrozinium — eine Reise der Reliquien
Die Wahl des Hl. Hippolyt als Kirchenpatron hängt vermutlich damit zusammen, dass in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts Reliquien des Heiligen von Rom über Saint-Denis und Tegernsee in das niederösterreichische St. Pölten überführt wurden. Vom Namen des Heiligen leitet sich auch der Ortsname „St. Pölten“ (verschliffen aus „St. Hippolyt“) ab.
Renovierungen 1995–2007
Von 1995 bis 1998 wurde die alte St. Pöltner Kirche trockengelegt und renoviert. Viele freiwillige Helfer haben dabei zahllose Arbeitsstunden geleistet. Mit der Restaurierung des Hauptaltares 2007 wären die Arbeiten bis auf die Sanierung des Chorgestühles abgeschlossen, so dass die Kirche wieder in „neuem — alten“ Glanz erstrahlen kann.
